Nirgends können wir so viel über uns erfahren, wie in einer intimen Beziehung, denn unser Partner spiegelt uns exakt, wer wir sind und an welchen Stellen wir noch wachsen dürfen. Er oder sie schafft es wie kein zweiter, unsere empfindsamsten Stellen zu berühren und alte, längst vergessen geglaubte Verletzungen zu triggern. Dabei sehe ich den Schlüssel für eine gelingende Beziehung vor allem in zwei Punkten: Der erste ist die Fähigkeit, das Gegenüber so annehmen zu können, wie er oder sie nun mal ist. Der zweite Punkt besteht darin, das Gegenüber frei lassen zu können, genauso, wie ich mich selbst frei lassen darf. Und hier sind wir schon recht bald drin im Dilemma: Wie jemanden annehmen, wenn ich nie gelernt habe, mich selbst anzunehmen? Wie jemanden frei lassen, wenn ich für mich selbst noch gar nicht entdeckt habe, was innere und äußere Freiheit bedeutet?